Ich soll meinen Konsum runterschrauben. Aha. Wieso bildet sich die gesamte Menschheit denn ein, zu wissen, was am Besten für mich wäre? Niemand weiß auch nur annährend, wie es mir geht, was ich genau fühle und denke. Ich weiß es oft selbst nicht. Ich mache auch niemandem Vorwürfe, dass sie es nicht schaffen, hinter meine aufgesetzte Maske zu blicken. Aber bitte, bildet euch doch nicht ein, zu wissen, was das Beste für mich ist. Das ist anmaßend.
Wenn ich meinen Konsum reduziere, reduziert ihr dann auch euer Verhalten, welches mich stresst und mir den permanenten Wunsch verschafft, mich abschießen zu wollen? Wohl kaum. Also muss ich damit wieder umgehen lernen. Mir Verhaltensmuster für die neue ungewohnte Situation aneignen. DARF ja nicht konsumieren, um auszuhalten. Aber wehe wehe ich entwickel dann wieder was, was mir hilft, damit fertig zu werden... Dann ist das auch wieder schlecht. Hungern ist ja genauso schlecht, wie Drogen. Also Hungern auch wieder streichen. Es wäre ja das Beste für mich, wenn ich wieder esse... ist klar! Und das gleiche Spiel wieder von vorn! Ich darf nicht mehr hungern? Okay... dann muss ich aber damit fertig werden. Wie mach ich das? Schneiden ist ne gute Idee!! Hilft gut, ich muss nicht mehr hungern. Hilft so lange, bis die "Wehe-Wehe"-Menschen wieder ankommen...
Eigentlich war es anders herum. Früher das Schneiden. Dann die Drogen. Nebenher das Hungern entwickelt und irgendwann anfang 2012 das Schneiden sein gelassen.
Aber irgendwas war immer da. Muss. Wie soll mein Kopf diese Welt sonst aushalten?
Ich habe es satt, dass andere Menschen die Macht haben, sich in mein Leben einzumischen und mich dazu auffordern, "gesünder" mit mir umzugehen. Ich tu was ich kann! Und dass mein Inneres durch ihr rumgelaber nur noch kranker wird, sieht natürlich keiner. Hauptsache der Körper ist gesund.
Warum ich mich von diesen Menschen nicht distanziere? Weil ich sie liebe -.-
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Freitag, 26. Juli 2013
Sonntag, 15. Mai 2011
SVV... und ich
Ja, ich verletze mich. Und das auf vielfältige Art und Weise.
Ich sehe mich weder als „Pro“ noch als „Contra“… am ehesten vielleicht noch „with“ in dieser Beziehung. Vielleicht auch eher innerlich “pro” und äußerlich “with”? Egal...
Wenn ich mich verletze, dann mach ich es, weil ich es möchte. Nicht, weil ich nicht anders kann oder die Klinge wie von Geisterhand in meinen Arm gehüpft ist.
Ich muss oft schmunzeln, wenn ich irgendwo mal wieder lese "...und dann musste ich mich schneiden..." Ich persönlich wurde noch nie dazu gezwungen. Ich habe vielleicht den Drang, vielleicht erscheint es mir auch "richtig" in dem Moment. Aber ich muss doch nicht!
Nein, es ist einfach meine Art mit bestimmten Emotionen und Gedanken umzugehen.
Und ich glaube, wenn ich völlig auf die Gefühle meiner mir nahestehenden Mitmenschen scheißen würde, dann würde ich es sehr viel öfter, geplanter und genüsslicher betreiben.
Doch durch diese mitfühlende Eigenheit geleitet, beschränke ich mich dann doch eher auf ein Minimum. Aber wenn es für mich nötig ist, dann ist es so und dann mach ich es auch gern.
(Nicht, dass das falsch rüber kommt – mein Mann akzeptiert mein Schneiden sehr wohl. Er weiß, objektiv gesehen, dass er nicht daran Schuld ist, nichts dafür und nichts dagegen tun kann, dass ich es aus freien Stücken tue. Doch ich weiß ebenso, dass es ihm doch innerlich weh tut. Auch, wenn er sagt, dass es okay ist. Und ich möchte ihm trotzdem nicht mehr Leid, als nötig, zumuten.)
Ich bin mir darüber im Klaren, dass es mein Körper ist, den ich verletze.
Dass ich die Konsequenzen dieses Handelns tragen muss.
Dass es meine Entscheidung ist, mich zu verletzen.
Und ebenso bin ich mir darüber im Klaren, dass ich nicht den leisesten Anreiz verspüre, es nicht mehr zu tun.
Wozu sollte ich mich also von der allgemein herrschenden Meinungen, ob nun von Fachmenschen oder von anderen Betroffenen in Selbsthilfeforen, leiten lassen? Es als Ziel empfinden, SVV sein zu lassen und lieber ständig alberne Skills anwenden, die einen Dreck helfen und mich dazu noch in der „normalen Umwelt“ völlig lächerlich erscheinen lassen? (Bewerbungsgespräch – ich dissoziiere, oh nein! – ich beginne apathisch an einem Gummi, der um mein Handgelenk gespannt ist, herumzuschnippen… natürlich!)
Wozu diese Mühen, wenn es doch gar nicht das ist, was ich wirklich will? Wäre es denn gesünder, in diesen Momenten eine Zigarette mehr zu rauchen? Oder 1 Bier? Die Allgemeinhait scheint DAS ja in Ordnung zu finden. Aber ich nicht!
Ich muss keiner anderen Meinung folgen, um zu wissen, was gut für mich ist. Ich muss nicht das glauben, was mir eine Therapeutin einbläut. Ich muss niemandem glauben, der meint, das Beste für mich zu wissen, ohne die Fähigkeit zu besitzen, in mich hineinschauen zu können.
Ich kann selbst für mich entscheiden.
Ich muss in kein Staatssystem eingegliedert werden.
Ich muss in keine Opferrolle gedrückt werden.
Ich bin ich. Ich verletze mich.
Und das ist okay so.
Ich sehe mich weder als „Pro“ noch als „Contra“… am ehesten vielleicht noch „with“ in dieser Beziehung. Vielleicht auch eher innerlich “pro” und äußerlich “with”? Egal...
Wenn ich mich verletze, dann mach ich es, weil ich es möchte. Nicht, weil ich nicht anders kann oder die Klinge wie von Geisterhand in meinen Arm gehüpft ist.
Ich muss oft schmunzeln, wenn ich irgendwo mal wieder lese "...und dann musste ich mich schneiden..." Ich persönlich wurde noch nie dazu gezwungen. Ich habe vielleicht den Drang, vielleicht erscheint es mir auch "richtig" in dem Moment. Aber ich muss doch nicht!
Nein, es ist einfach meine Art mit bestimmten Emotionen und Gedanken umzugehen.
Und ich glaube, wenn ich völlig auf die Gefühle meiner mir nahestehenden Mitmenschen scheißen würde, dann würde ich es sehr viel öfter, geplanter und genüsslicher betreiben.
Doch durch diese mitfühlende Eigenheit geleitet, beschränke ich mich dann doch eher auf ein Minimum. Aber wenn es für mich nötig ist, dann ist es so und dann mach ich es auch gern.
(Nicht, dass das falsch rüber kommt – mein Mann akzeptiert mein Schneiden sehr wohl. Er weiß, objektiv gesehen, dass er nicht daran Schuld ist, nichts dafür und nichts dagegen tun kann, dass ich es aus freien Stücken tue. Doch ich weiß ebenso, dass es ihm doch innerlich weh tut. Auch, wenn er sagt, dass es okay ist. Und ich möchte ihm trotzdem nicht mehr Leid, als nötig, zumuten.)
Ich bin mir darüber im Klaren, dass es mein Körper ist, den ich verletze.
Dass ich die Konsequenzen dieses Handelns tragen muss.
Dass es meine Entscheidung ist, mich zu verletzen.
Und ebenso bin ich mir darüber im Klaren, dass ich nicht den leisesten Anreiz verspüre, es nicht mehr zu tun.
Wozu sollte ich mich also von der allgemein herrschenden Meinungen, ob nun von Fachmenschen oder von anderen Betroffenen in Selbsthilfeforen, leiten lassen? Es als Ziel empfinden, SVV sein zu lassen und lieber ständig alberne Skills anwenden, die einen Dreck helfen und mich dazu noch in der „normalen Umwelt“ völlig lächerlich erscheinen lassen? (Bewerbungsgespräch – ich dissoziiere, oh nein! – ich beginne apathisch an einem Gummi, der um mein Handgelenk gespannt ist, herumzuschnippen… natürlich!)
Wozu diese Mühen, wenn es doch gar nicht das ist, was ich wirklich will? Wäre es denn gesünder, in diesen Momenten eine Zigarette mehr zu rauchen? Oder 1 Bier? Die Allgemeinhait scheint DAS ja in Ordnung zu finden. Aber ich nicht!
Ich muss keiner anderen Meinung folgen, um zu wissen, was gut für mich ist. Ich muss nicht das glauben, was mir eine Therapeutin einbläut. Ich muss niemandem glauben, der meint, das Beste für mich zu wissen, ohne die Fähigkeit zu besitzen, in mich hineinschauen zu können.
Ich kann selbst für mich entscheiden.
Ich muss in kein Staatssystem eingegliedert werden.
Ich muss in keine Opferrolle gedrückt werden.
Ich bin ich. Ich verletze mich.
Und das ist okay so.
Montag, 2. Mai 2011
gefährliche Selbsthilfeforen
Während meiner Psychokrankheitslaufbahn lernte ich natürlich auch so einige Selbsthilfeforen kennen. Mein Hauptinteresse galt Foren über Selbstverletzendes Verhalten, Essstörungen, Persönlichkeis- und Traumafolgestörungen. Aufgrund eigener Problematiken in diesen Bereichen suchte ich den Austausch zu anderen Betroffenen und fand ihn auch zu Hauf. Riesige Foren mit viiiiielen „Überlebenden“. Und deren Partner, Freunde, Interessierte.
Anfangs fühlte ich mich dort sehr wohl aufgehoben und verstanden. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt mir noch nicht meiner wahren Gefühle und Ziele bewusst. Alle redeten auf mich ein, wie schlimm SVV ist… wie doof es ist, wenn man nichts isst… wie schwer ich es doch aufgrund meiner Vergangenheit habe… wie sehr ich auf Hilfe angewiesen bin… wie KRANK ich doch bin…
Und das Schlimme: Ich glaubte denen das!
Alle dort waren so. Krank. Arme Opfer, die sich nun durchs Leben kotzen und ritzen, weil sie ja nicht anders können. Die ihren Alltag nicht schaffen können, weil sie sonst nicht in ihr Krankheitsbild passen würden. Die keine ernsthaften Gespräche führen können, weil man sie mit Mitleid überschütten muss. Mit denen es sowieso sehr schwierig ist, zu kommunizieren, da sie natürlich alles triggert.
Ich verachtete mich regelrecht dafür, dass ich dort einige Zeit blind mit geschwommen bin. Bis ich endlich mal mein Gehirn aktivierte und die Dinge hinterfragte: Was nutzt Mitleid oder der dringende Rat, Therapie zu machen, bei einer akuten Problembewältigung? Was nutzt es, mir einzureden, dass ich für SVV nichts kann und ich dafür nicht verantwortlich bin? Was nutzt es denn mich hinter irgendeiner Diagnose zu verstecken und sämtliches Fehlverhalten auf diese zu schieben? Ich bin keine unmündige, wandelnde Diagnose. Ich bin ein denkender Mensch.
Ich möchte doch bitte mal den genauen Zweck dieser Foren erfahren? Ein Treffpunkt, um Mitleid auszutauschen? Denn etwas anderes bekommt man dort leider nicht. Und wenn man mal wirklich dringenden Rat braucht, bekommt man nur zu Ohren, dass man doch mal schleunigst in eine Therapie soll, und wenn gar nötig, sich einweisen lasen soll! Ich meine… wozu?
Und bloß nichts anderes denken und schreiben, als das System vorgibt! SVV ist schlecht und muss bekämpft werden. Man ist ein Opfer und muss sich Hilfe suchen in Form von Therapie. Man darf keine Eigenverantwortung besitzen, die muss man in die Hände irgendwelcher Ärzte legen. Jedes Symptom ist auf eine ganz schlimme Persönlichkeitsstörung zurückzufrühren. Jedes Handeln wird als krank bezeichnet und wenn man es anders sieht, bekommt man auch noch eine Wahrnehmungsstörung aufgeschwatzt und/oder wird direkt rausgeschmissen.
Man darf einfach nicht eigenständig denken, wenn es nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen würde. Ich bin mir sicher, dass ein Großteil dieser User ihr SVV gern betreiben. Doch da es sowieso niemand zugeben darf, sind sich viele gar nicht bewusst, dass sie eigentlich etwas anderes möchten. Immer mitschwimmen und brav in der Opferrolle bleiben. Man kann ja nichts dafür.
Meine Meinung: Selbsthilfeforen machen krank und schränken die freie Meinungsbildung, deren Äußerung, Entwicklung von Eigenverantwortung und die Freiheit vieler Menschen extrem ein.
Das mag nicht für alle dieser Foren gelten... aber es trifft auf alle zu, in denen ich mal aktiv war (es waren nicht wenige)... inklusive meinem eigenem, welches ich vor vielen Jahren gründete und knapp 3 Jahre aktiv leitete.
Bis ich endlich gemerkt habe, dass es überhaupt nichts bringt. Und erst recht nicht hilfreich war.
Anfangs fühlte ich mich dort sehr wohl aufgehoben und verstanden. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt mir noch nicht meiner wahren Gefühle und Ziele bewusst. Alle redeten auf mich ein, wie schlimm SVV ist… wie doof es ist, wenn man nichts isst… wie schwer ich es doch aufgrund meiner Vergangenheit habe… wie sehr ich auf Hilfe angewiesen bin… wie KRANK ich doch bin…
Und das Schlimme: Ich glaubte denen das!
Alle dort waren so. Krank. Arme Opfer, die sich nun durchs Leben kotzen und ritzen, weil sie ja nicht anders können. Die ihren Alltag nicht schaffen können, weil sie sonst nicht in ihr Krankheitsbild passen würden. Die keine ernsthaften Gespräche führen können, weil man sie mit Mitleid überschütten muss. Mit denen es sowieso sehr schwierig ist, zu kommunizieren, da sie natürlich alles triggert.
Ich verachtete mich regelrecht dafür, dass ich dort einige Zeit blind mit geschwommen bin. Bis ich endlich mal mein Gehirn aktivierte und die Dinge hinterfragte: Was nutzt Mitleid oder der dringende Rat, Therapie zu machen, bei einer akuten Problembewältigung? Was nutzt es, mir einzureden, dass ich für SVV nichts kann und ich dafür nicht verantwortlich bin? Was nutzt es denn mich hinter irgendeiner Diagnose zu verstecken und sämtliches Fehlverhalten auf diese zu schieben? Ich bin keine unmündige, wandelnde Diagnose. Ich bin ein denkender Mensch.
Ich möchte doch bitte mal den genauen Zweck dieser Foren erfahren? Ein Treffpunkt, um Mitleid auszutauschen? Denn etwas anderes bekommt man dort leider nicht. Und wenn man mal wirklich dringenden Rat braucht, bekommt man nur zu Ohren, dass man doch mal schleunigst in eine Therapie soll, und wenn gar nötig, sich einweisen lasen soll! Ich meine… wozu?
Und bloß nichts anderes denken und schreiben, als das System vorgibt! SVV ist schlecht und muss bekämpft werden. Man ist ein Opfer und muss sich Hilfe suchen in Form von Therapie. Man darf keine Eigenverantwortung besitzen, die muss man in die Hände irgendwelcher Ärzte legen. Jedes Symptom ist auf eine ganz schlimme Persönlichkeitsstörung zurückzufrühren. Jedes Handeln wird als krank bezeichnet und wenn man es anders sieht, bekommt man auch noch eine Wahrnehmungsstörung aufgeschwatzt und/oder wird direkt rausgeschmissen.
Man darf einfach nicht eigenständig denken, wenn es nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen würde. Ich bin mir sicher, dass ein Großteil dieser User ihr SVV gern betreiben. Doch da es sowieso niemand zugeben darf, sind sich viele gar nicht bewusst, dass sie eigentlich etwas anderes möchten. Immer mitschwimmen und brav in der Opferrolle bleiben. Man kann ja nichts dafür.
Meine Meinung: Selbsthilfeforen machen krank und schränken die freie Meinungsbildung, deren Äußerung, Entwicklung von Eigenverantwortung und die Freiheit vieler Menschen extrem ein.
Das mag nicht für alle dieser Foren gelten... aber es trifft auf alle zu, in denen ich mal aktiv war (es waren nicht wenige)... inklusive meinem eigenem, welches ich vor vielen Jahren gründete und knapp 3 Jahre aktiv leitete.
Bis ich endlich gemerkt habe, dass es überhaupt nichts bringt. Und erst recht nicht hilfreich war.
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