Wenn ich die Leute so auf der Straße sehe, frage ich mich ständig, wieso ich mir so viele Gedanken darum mache, ob ich scheiße aussehe/rumlaufe.
Ich mein... ich legs drauf an, anders auszusehen. Dreads, Piercings, eher alternative/ausgeflippte Sachen... und trotzdem sind da gewisse Dinge, auf die ich sehr achte und die mich wahnsinnig machen, wenn sie nicht passen. Farben z.B.
Meistens gehts mir aber im Denken eher um die Figur. Ich will nicht in Schlabberklamotten rumlaufen, hab aber auch ständig die angst, fett auszusehen. Obwohl ich von anderen Menschen nur das Gegenteil höre. Obektiv gesehen müssen sie ja auch irgendwie recht haben. Zumindest sagt mir mein BMI, dass ich ein normales Gewicht habe. Nur reicht mir das nicht. Und ich sehe alles andere.
Es wäre idiotisch zu behaupten, dass ich nicht in irgendeiner Form ein gestörtes Essverhalten habe. Und trotzdem möchte ich mich nicht in diese Schublade hineinsetzen und weiß natürlich, dass ich, um diese Würde zu wahren, nie mit einem Fachmenschen darüber sprechen würde. Mich selbst und mein nahes Umfeld kann ich nicht bescheißen. Es fällt eben doch auf, wenn man nie an öffentlichen Orten essen möchte oder nur sehr wenig (oder auch mal gar nicht) tagsüber isst.
Aber ich möchte auch nicht leugnen, dass ich es nicht gern so hätte. Oder besser: dass ich es billige.
Natürlich könnte ich aus allen Wolken fallen und mich in die nächste Therapie stürzen.
Aber wozu? Was sollte ich denn damit erreichen? Ich könnte mich dann anstrengen, brav 3-5 Mahlzeiten täglich zu mir zu nehmen, gesund zu essen... Doch meine Gedanken werden nicht verschwinden. Es wird sich weiterhin alles ums Essen drehen. Das schlechte Gewissen nach den Mahlzeiten würde bleiben. Die Angst von anderen Menschen fett gehalten zu werden, würde anhalten. Das Gefühl von allen Menschen angestarrt zu werden, wenn man irgendwo was isst, würde immer wieder vorherrschen. Die einzig logische Konsequenz meines geänderten Essverhaltens wäre das Zunehmen. Und das kommt nicht in Frage.
Und jetzt hab ich den Faden verloren 8)
Ein anderes Mal mehr dazu...
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Donnerstag, 12. Mai 2011
Montag, 2. Mai 2011
gefährliche Selbsthilfeforen
Während meiner Psychokrankheitslaufbahn lernte ich natürlich auch so einige Selbsthilfeforen kennen. Mein Hauptinteresse galt Foren über Selbstverletzendes Verhalten, Essstörungen, Persönlichkeis- und Traumafolgestörungen. Aufgrund eigener Problematiken in diesen Bereichen suchte ich den Austausch zu anderen Betroffenen und fand ihn auch zu Hauf. Riesige Foren mit viiiiielen „Überlebenden“. Und deren Partner, Freunde, Interessierte.
Anfangs fühlte ich mich dort sehr wohl aufgehoben und verstanden. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt mir noch nicht meiner wahren Gefühle und Ziele bewusst. Alle redeten auf mich ein, wie schlimm SVV ist… wie doof es ist, wenn man nichts isst… wie schwer ich es doch aufgrund meiner Vergangenheit habe… wie sehr ich auf Hilfe angewiesen bin… wie KRANK ich doch bin…
Und das Schlimme: Ich glaubte denen das!
Alle dort waren so. Krank. Arme Opfer, die sich nun durchs Leben kotzen und ritzen, weil sie ja nicht anders können. Die ihren Alltag nicht schaffen können, weil sie sonst nicht in ihr Krankheitsbild passen würden. Die keine ernsthaften Gespräche führen können, weil man sie mit Mitleid überschütten muss. Mit denen es sowieso sehr schwierig ist, zu kommunizieren, da sie natürlich alles triggert.
Ich verachtete mich regelrecht dafür, dass ich dort einige Zeit blind mit geschwommen bin. Bis ich endlich mal mein Gehirn aktivierte und die Dinge hinterfragte: Was nutzt Mitleid oder der dringende Rat, Therapie zu machen, bei einer akuten Problembewältigung? Was nutzt es, mir einzureden, dass ich für SVV nichts kann und ich dafür nicht verantwortlich bin? Was nutzt es denn mich hinter irgendeiner Diagnose zu verstecken und sämtliches Fehlverhalten auf diese zu schieben? Ich bin keine unmündige, wandelnde Diagnose. Ich bin ein denkender Mensch.
Ich möchte doch bitte mal den genauen Zweck dieser Foren erfahren? Ein Treffpunkt, um Mitleid auszutauschen? Denn etwas anderes bekommt man dort leider nicht. Und wenn man mal wirklich dringenden Rat braucht, bekommt man nur zu Ohren, dass man doch mal schleunigst in eine Therapie soll, und wenn gar nötig, sich einweisen lasen soll! Ich meine… wozu?
Und bloß nichts anderes denken und schreiben, als das System vorgibt! SVV ist schlecht und muss bekämpft werden. Man ist ein Opfer und muss sich Hilfe suchen in Form von Therapie. Man darf keine Eigenverantwortung besitzen, die muss man in die Hände irgendwelcher Ärzte legen. Jedes Symptom ist auf eine ganz schlimme Persönlichkeitsstörung zurückzufrühren. Jedes Handeln wird als krank bezeichnet und wenn man es anders sieht, bekommt man auch noch eine Wahrnehmungsstörung aufgeschwatzt und/oder wird direkt rausgeschmissen.
Man darf einfach nicht eigenständig denken, wenn es nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen würde. Ich bin mir sicher, dass ein Großteil dieser User ihr SVV gern betreiben. Doch da es sowieso niemand zugeben darf, sind sich viele gar nicht bewusst, dass sie eigentlich etwas anderes möchten. Immer mitschwimmen und brav in der Opferrolle bleiben. Man kann ja nichts dafür.
Meine Meinung: Selbsthilfeforen machen krank und schränken die freie Meinungsbildung, deren Äußerung, Entwicklung von Eigenverantwortung und die Freiheit vieler Menschen extrem ein.
Das mag nicht für alle dieser Foren gelten... aber es trifft auf alle zu, in denen ich mal aktiv war (es waren nicht wenige)... inklusive meinem eigenem, welches ich vor vielen Jahren gründete und knapp 3 Jahre aktiv leitete.
Bis ich endlich gemerkt habe, dass es überhaupt nichts bringt. Und erst recht nicht hilfreich war.
Anfangs fühlte ich mich dort sehr wohl aufgehoben und verstanden. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt mir noch nicht meiner wahren Gefühle und Ziele bewusst. Alle redeten auf mich ein, wie schlimm SVV ist… wie doof es ist, wenn man nichts isst… wie schwer ich es doch aufgrund meiner Vergangenheit habe… wie sehr ich auf Hilfe angewiesen bin… wie KRANK ich doch bin…
Und das Schlimme: Ich glaubte denen das!
Alle dort waren so. Krank. Arme Opfer, die sich nun durchs Leben kotzen und ritzen, weil sie ja nicht anders können. Die ihren Alltag nicht schaffen können, weil sie sonst nicht in ihr Krankheitsbild passen würden. Die keine ernsthaften Gespräche führen können, weil man sie mit Mitleid überschütten muss. Mit denen es sowieso sehr schwierig ist, zu kommunizieren, da sie natürlich alles triggert.
Ich verachtete mich regelrecht dafür, dass ich dort einige Zeit blind mit geschwommen bin. Bis ich endlich mal mein Gehirn aktivierte und die Dinge hinterfragte: Was nutzt Mitleid oder der dringende Rat, Therapie zu machen, bei einer akuten Problembewältigung? Was nutzt es, mir einzureden, dass ich für SVV nichts kann und ich dafür nicht verantwortlich bin? Was nutzt es denn mich hinter irgendeiner Diagnose zu verstecken und sämtliches Fehlverhalten auf diese zu schieben? Ich bin keine unmündige, wandelnde Diagnose. Ich bin ein denkender Mensch.
Ich möchte doch bitte mal den genauen Zweck dieser Foren erfahren? Ein Treffpunkt, um Mitleid auszutauschen? Denn etwas anderes bekommt man dort leider nicht. Und wenn man mal wirklich dringenden Rat braucht, bekommt man nur zu Ohren, dass man doch mal schleunigst in eine Therapie soll, und wenn gar nötig, sich einweisen lasen soll! Ich meine… wozu?
Und bloß nichts anderes denken und schreiben, als das System vorgibt! SVV ist schlecht und muss bekämpft werden. Man ist ein Opfer und muss sich Hilfe suchen in Form von Therapie. Man darf keine Eigenverantwortung besitzen, die muss man in die Hände irgendwelcher Ärzte legen. Jedes Symptom ist auf eine ganz schlimme Persönlichkeitsstörung zurückzufrühren. Jedes Handeln wird als krank bezeichnet und wenn man es anders sieht, bekommt man auch noch eine Wahrnehmungsstörung aufgeschwatzt und/oder wird direkt rausgeschmissen.
Man darf einfach nicht eigenständig denken, wenn es nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen würde. Ich bin mir sicher, dass ein Großteil dieser User ihr SVV gern betreiben. Doch da es sowieso niemand zugeben darf, sind sich viele gar nicht bewusst, dass sie eigentlich etwas anderes möchten. Immer mitschwimmen und brav in der Opferrolle bleiben. Man kann ja nichts dafür.
Meine Meinung: Selbsthilfeforen machen krank und schränken die freie Meinungsbildung, deren Äußerung, Entwicklung von Eigenverantwortung und die Freiheit vieler Menschen extrem ein.
Das mag nicht für alle dieser Foren gelten... aber es trifft auf alle zu, in denen ich mal aktiv war (es waren nicht wenige)... inklusive meinem eigenem, welches ich vor vielen Jahren gründete und knapp 3 Jahre aktiv leitete.
Bis ich endlich gemerkt habe, dass es überhaupt nichts bringt. Und erst recht nicht hilfreich war.
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Dienstag, 26. April 2011
Psychiatrie
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“
(Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz)
Es gibt Menschen, die sich versuchen anderen Menschen anzuvertrauen. Sich Hilfe holen wollen, weil sie ihr Leben überfordert. Wo versuchen sie das? Bei Psychiatern, Hausärzten, Therapeuten, sozial-psychiatrischen Diensten, … Denn angeblich kann ihnen ja nur dort geholfen werden (wie man ja auch in den ganzen "Selbsthilfeforen" erfahren muss, in denen man nach der Schilderung seiner Gedanken nur die Frage entgegengeschleudert bekommt, ob man denn schon in Therapie sei...).
Manche dieser Menschen haben sich vielleicht während ihrer Selbstverletzung zu tief geschnitten, können die Blutung nicht mehr allein stoppen und brauchen Hilfe.
Andere von ihnen plagen möglicherweise Selbstmordgedanken… durch schwere Depressionen und/oder Selbsthass ausgelöst… doch eigentlich wollen sie noch nicht sterben.
Also holen sie sich Hilfe.
Doch in nicht wenigen Fällen endet genau dieser Versuch in der Katastrophe.
Denn: o.g. Personenkreis befindet sich unter Garantenpflicht.
Wenn beim Arzt (o.ä.) der Verdacht aufkommt, dass der Betroffene eigen- oder fremdgefährdend handeln könnte, dann ist dieser Arzt nach dem PsychKG, dazu verpflichtet, eine richterliche Unterbringung in die geschlossene Psychiatrie einzuleiten.
Und tatsächlich liegt es im Endeffekt an der subjektiven Beurteilung des Arztes… danach der des Richters (obwohl dieser wohl in den meisten Fällen einfach auf den Arzt hört). Manchen Ärzten reicht es schon, wenn man mit selbst zugefügten Schnittwunden (die offensichtlich keine Selbstmordversuche waren) zu ihnen geht… anderen könnte man zu dünn erscheinen… und viele handeln sofort, wenn man auch nur einmal seine Suizidgedanken ausspricht, ohne dass man vorhatte, sie in die Tat umzusetzen.
Was dann folgt entscheidet der Richter in Zusammenarbeit mit dem Klinikarzt. Man darf auch noch ein eigenes Statement zu der Situation aussprechen, was in vielen Fällen aber auch nach hinten losgehen kann. Wird man vor die Wahl gestellt, ob man gehen möchte oder dableiben und sich therapieren lassen will – braucht man erst gar nicht vorfreudig wieder seine Sachen einzupacken. Denn wenn man gehen möchte, stellt der Richter dir gern deine Entscheidung als mangelnde Selbsteinschätzung dar und es kommt zum richterlichen Beschluss. Man muss bleiben. Und das nicht nur über Nacht. Oft wird der Beschluss gleich beim ersten Mal auf 4 oder gar 6 Wochen ausgelegt (alles andere wäre doch nur zu viel Schreibkram, so haben alle länger ihre Ruhe… und Geld bringt es doch auch!)
Je nachdem, wie man sich führt, wird man behandelt. Widerspricht man oder wird aufsässig, folgen Medikamente zum Ruhigstellen. Versucht man, sich mit Hand und Fuß zu wehren, wird man festgebunden an ein Klinikbett… fixiert. Macht man in ihrem Therapieprogramm nicht mit, muss man eben da bleiben. Sebstbewusste Menschen, die ihre Meinungen vertreten, werden zwangsweise eingeliefert und zu planlos umherwandernden Zombies gemacht. Man wird meistens nicht über die Nebenwirkung der z.T. noch auf Langzeitwirkungen sehr unerforschten Neuroleptika aufgeklärt. Man hat ja sowieso keine Wahl. Es werden körperliche Untersuchungen durchgeführt… man wird gezwungen, sich auszuziehen, damit man keine schädigenden Sachen, wie Klingen, hineinschmuggeln kann.
Es wird einem regelrecht eingeimpft, wie irre man wäre. Denkt man selbst auch noch nach den ganzen pharmazeutischen Drogen anders darüber, wird man dafür beschuldigt, eine verzerrte Wahrnehmung zu besitzen. Man ist ja sowieso psychisch krank. Da ist das selbstverständlich.
Das einzige, was einem übrig bleibt, ist aufzugeben und sich zu fügen. Eine heile Welt vorspielen. Jegliches destruktives Verhalten verstecken und brav an sich arbeiten, indem man aufhört (=vorgibt), das Schneiden oder Hungern seinzulassen und bei jedem tragischen Ausrutscher eine ausführliche Verhaltensanalyse schreibt. Selbstmordgedanken und -phantasien nie wieder aussprechen. Dann hat man eventuell eine Chance darauf, als „geheilt“ zu gelten und nach 4 oder 6 Wochen wieder gehen zu dürfen.Wer dann noch immer nicht wieder dem System angepasst ist, bekommt eben noch einen neuen Beschluss. Irgendwann wird man schon aufgeben, sich darüber zu beschweren und zu wehren.
Das nenne ich mal eine gelungene Hilfeleistung!
Und ja, es gibt auch Fälle, in denen die Betroffenen am Ende froh darüber waren, dass sie unter Zwang eingewiesen wurden. Ob es nun daran liegt, dass sie nach ihrem missglückten Suizidversuch froh sind, noch am Leben zu sein, oder daran, dass das Psychiatriesystem gute Gehirnwä.. ähm.. Hilfe geleistet hat… wer weiß.
(Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz)
Es gibt Menschen, die sich versuchen anderen Menschen anzuvertrauen. Sich Hilfe holen wollen, weil sie ihr Leben überfordert. Wo versuchen sie das? Bei Psychiatern, Hausärzten, Therapeuten, sozial-psychiatrischen Diensten, … Denn angeblich kann ihnen ja nur dort geholfen werden (wie man ja auch in den ganzen "Selbsthilfeforen" erfahren muss, in denen man nach der Schilderung seiner Gedanken nur die Frage entgegengeschleudert bekommt, ob man denn schon in Therapie sei...).
Manche dieser Menschen haben sich vielleicht während ihrer Selbstverletzung zu tief geschnitten, können die Blutung nicht mehr allein stoppen und brauchen Hilfe.
Andere von ihnen plagen möglicherweise Selbstmordgedanken… durch schwere Depressionen und/oder Selbsthass ausgelöst… doch eigentlich wollen sie noch nicht sterben.
Also holen sie sich Hilfe.
Doch in nicht wenigen Fällen endet genau dieser Versuch in der Katastrophe.
Denn: o.g. Personenkreis befindet sich unter Garantenpflicht.
Wenn beim Arzt (o.ä.) der Verdacht aufkommt, dass der Betroffene eigen- oder fremdgefährdend handeln könnte, dann ist dieser Arzt nach dem PsychKG, dazu verpflichtet, eine richterliche Unterbringung in die geschlossene Psychiatrie einzuleiten.
Und tatsächlich liegt es im Endeffekt an der subjektiven Beurteilung des Arztes… danach der des Richters (obwohl dieser wohl in den meisten Fällen einfach auf den Arzt hört). Manchen Ärzten reicht es schon, wenn man mit selbst zugefügten Schnittwunden (die offensichtlich keine Selbstmordversuche waren) zu ihnen geht… anderen könnte man zu dünn erscheinen… und viele handeln sofort, wenn man auch nur einmal seine Suizidgedanken ausspricht, ohne dass man vorhatte, sie in die Tat umzusetzen.
Was dann folgt entscheidet der Richter in Zusammenarbeit mit dem Klinikarzt. Man darf auch noch ein eigenes Statement zu der Situation aussprechen, was in vielen Fällen aber auch nach hinten losgehen kann. Wird man vor die Wahl gestellt, ob man gehen möchte oder dableiben und sich therapieren lassen will – braucht man erst gar nicht vorfreudig wieder seine Sachen einzupacken. Denn wenn man gehen möchte, stellt der Richter dir gern deine Entscheidung als mangelnde Selbsteinschätzung dar und es kommt zum richterlichen Beschluss. Man muss bleiben. Und das nicht nur über Nacht. Oft wird der Beschluss gleich beim ersten Mal auf 4 oder gar 6 Wochen ausgelegt (alles andere wäre doch nur zu viel Schreibkram, so haben alle länger ihre Ruhe… und Geld bringt es doch auch!)
Je nachdem, wie man sich führt, wird man behandelt. Widerspricht man oder wird aufsässig, folgen Medikamente zum Ruhigstellen. Versucht man, sich mit Hand und Fuß zu wehren, wird man festgebunden an ein Klinikbett… fixiert. Macht man in ihrem Therapieprogramm nicht mit, muss man eben da bleiben. Sebstbewusste Menschen, die ihre Meinungen vertreten, werden zwangsweise eingeliefert und zu planlos umherwandernden Zombies gemacht. Man wird meistens nicht über die Nebenwirkung der z.T. noch auf Langzeitwirkungen sehr unerforschten Neuroleptika aufgeklärt. Man hat ja sowieso keine Wahl. Es werden körperliche Untersuchungen durchgeführt… man wird gezwungen, sich auszuziehen, damit man keine schädigenden Sachen, wie Klingen, hineinschmuggeln kann.
Es wird einem regelrecht eingeimpft, wie irre man wäre. Denkt man selbst auch noch nach den ganzen pharmazeutischen Drogen anders darüber, wird man dafür beschuldigt, eine verzerrte Wahrnehmung zu besitzen. Man ist ja sowieso psychisch krank. Da ist das selbstverständlich.
Das einzige, was einem übrig bleibt, ist aufzugeben und sich zu fügen. Eine heile Welt vorspielen. Jegliches destruktives Verhalten verstecken und brav an sich arbeiten, indem man aufhört (=vorgibt), das Schneiden oder Hungern seinzulassen und bei jedem tragischen Ausrutscher eine ausführliche Verhaltensanalyse schreibt. Selbstmordgedanken und -phantasien nie wieder aussprechen. Dann hat man eventuell eine Chance darauf, als „geheilt“ zu gelten und nach 4 oder 6 Wochen wieder gehen zu dürfen.Wer dann noch immer nicht wieder dem System angepasst ist, bekommt eben noch einen neuen Beschluss. Irgendwann wird man schon aufgeben, sich darüber zu beschweren und zu wehren.
Das nenne ich mal eine gelungene Hilfeleistung!
Und ja, es gibt auch Fälle, in denen die Betroffenen am Ende froh darüber waren, dass sie unter Zwang eingewiesen wurden. Ob es nun daran liegt, dass sie nach ihrem missglückten Suizidversuch froh sind, noch am Leben zu sein, oder daran, dass das Psychiatriesystem gute Gehirnwä.. ähm.. Hilfe geleistet hat… wer weiß.
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