Okay... nachfolgend ein Text. Entstand vor 2 oder 3 Tagen an einem Abend. Ich habe seit dem nicht mehr dran gedacht, bzw. wollte es auch nicht.
Aber da es mich unterschwellig verfolgt und der Blog ja auch mehr oder weniger als "Eigentherapie" gedacht war... nachfolgend der Text:
"Es ist ein Rad. Wie Glücksrad. Es dreht immer nach rechts. Und dann hält es an. Die Füße sind neben dem Kopf festgebunden. Und die Männer stehen da drum. Das sind sechs. Und wenn das Rad anhält dann tun die mir weh im Mund und da unten. Immer 2. Das Rad entscheidet und dreht sich und DER ist auch dabei. Der böse Nachbar."
Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll. Eigentlich ist es ja ganz klar. Es lässt wenig interpretationsraum bei der Sache an sich. Ich denke es wäre eine Verschwendung darüber nachzudenken, wer die Männer waren. Man konnte sie sowieso nicht erkennen. Nur den einen. Und der ist mir schon ein Begriff durch andere Erinnerungen.
Es fühlt sich so objektiv an. Als würde ich einen Krimi gucken und rätseln und spekulieren, wer der Täter sei. Frei von Emotion. Was ist logisch und was unlogisch? Was passt zusammen?
Und doch... selbst wenn ich dieser Erinnerung nacheifer... was hätte ich davon?
Ich bin hier. Ganz woanders. Weit weg. Ich habe mit der Vergangenheit nichts mehr am Hut. Keine Kontakte, keine Anhaltspunkte, nichts. Es sind völlig verschiedene Welten.
Und doch lässt mich die andere Welt scheinbar nie los. Ich denke, ich könnte die Vergangenheit abschütteln, aber sie verfolgt mich.
In meinen Träumen. In meinen Ängsten. In meinem Unterbewusstsein.
Es lässt mich nie los.
Ich würde es manchmal so gern in die Welt hinausschreien. Einfach alles. Was du getan hast. Dass ich dich töten will...
Und dann kommt die Realität. Du bist bereits tot. Und die Gegenwart hat mit der Vergangenheit nichts mehr zu tun. Zumindest für die Außenwelt...
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Samstag, 14. September 2013
Donnerstag, 5. September 2013
Plan vom Leben
Ich bin ein Mensch der Ordnung. In mir drin hat alles seine feste Ordnung, seine Systeme und Struktur. Ich brauche Regelmäßigkeit und Routine viel mehr, als andere Menschen.
Es beruhigt mich und gibt mir Sicherheit. Es fühlt sich gut an, wenn alles richtig ist.
Es zieht sich durch mein ganzes Leben. Ich esse morgens immer das Gleiche. 2 Scheiben Brot + diesem einen vegannen Aufstrich + je 1 Scheibe dieses einen veganen Aufschnitts. Jeden morgen, immer wieder. Genauso, wie ich immer wieder die gleiche Pizza esse. Egal wo, schon immer. Nur diese eine. Morgens muss alles gleich ablaufen. Der Wecker klingelt, ich wecke ihn, wir stehen auf, ich kümmer mich um Kind und Frühstück vorbereiten und er geht Brot holen und Gassi. Dann Frühstücken wir und ich bring ihn in den Kindergarten.
Das muss immer gleich sein, sonst lauf ich verwirrt umher und weiß nicht, was ich tun soll.
Ich wieß generell nie, was ich tun soll, wenn etwas außer Plan läuft.
Fängt bei der spontanen Türklingel an. Ich öffne nie die Tür, wenns klingelt und sich niemand vorher bei mir angekündigt hat. Da kanns dann auch 20 mal klingeln, ich mach nicht auf. Wenn das passieren würde, würde ich eher in Panik geraten, weil ich mich frage, wer so dringend etwas wollen könnte und vor allem was...
Vom Telefon brauch ich gar nicht anfangen. Ich telefoniere einzig und allein mit meinem Mann. Was mcih aber in der Regel auch eher stresst. Aber bei ihm hab ich wenigstens keine angst dabei. Mit fremden kann ich nicht telefonieren und wenn da Telefon klingelt, geh ich für gewöhnlich nicht ran. Um dieser krassen Phobie entgegenzuwirken und um meine Abhängigkeit in Grenzen zu halten, habe ich mir vorgenommen, dass wenn mein Kind in Kindergarten geht, ich wenigstens für diese Zeit ans Telefon gehe. Es kann ja was mit ihm sein und die Erzieherin ruft an. Ist auch schon oft vorgekommen. Das hab ich mir von anfang an vorgenommen und ziehe es auch durch. Ärgerlich dann nur, wenn es nicht die Kita war, sondern jemand anderes und ich nciht drauf vorbereitet war. Aber hey, dann bin ich ja eh schon drin und kann keine angst mehr haben, überhaupt ran zu gehen.
Ich schweife ab...
Was ich sagen wollte.. Routinen und innerliche Regeln bestimmen meinen Alltag. Veränderungen machen mir angst. Dann kann ich die Kontrolle nicht behalten.
Es beruhigt mich und gibt mir Sicherheit. Es fühlt sich gut an, wenn alles richtig ist.
Es zieht sich durch mein ganzes Leben. Ich esse morgens immer das Gleiche. 2 Scheiben Brot + diesem einen vegannen Aufstrich + je 1 Scheibe dieses einen veganen Aufschnitts. Jeden morgen, immer wieder. Genauso, wie ich immer wieder die gleiche Pizza esse. Egal wo, schon immer. Nur diese eine. Morgens muss alles gleich ablaufen. Der Wecker klingelt, ich wecke ihn, wir stehen auf, ich kümmer mich um Kind und Frühstück vorbereiten und er geht Brot holen und Gassi. Dann Frühstücken wir und ich bring ihn in den Kindergarten.
Das muss immer gleich sein, sonst lauf ich verwirrt umher und weiß nicht, was ich tun soll.
Ich wieß generell nie, was ich tun soll, wenn etwas außer Plan läuft.
Fängt bei der spontanen Türklingel an. Ich öffne nie die Tür, wenns klingelt und sich niemand vorher bei mir angekündigt hat. Da kanns dann auch 20 mal klingeln, ich mach nicht auf. Wenn das passieren würde, würde ich eher in Panik geraten, weil ich mich frage, wer so dringend etwas wollen könnte und vor allem was...
Vom Telefon brauch ich gar nicht anfangen. Ich telefoniere einzig und allein mit meinem Mann. Was mcih aber in der Regel auch eher stresst. Aber bei ihm hab ich wenigstens keine angst dabei. Mit fremden kann ich nicht telefonieren und wenn da Telefon klingelt, geh ich für gewöhnlich nicht ran. Um dieser krassen Phobie entgegenzuwirken und um meine Abhängigkeit in Grenzen zu halten, habe ich mir vorgenommen, dass wenn mein Kind in Kindergarten geht, ich wenigstens für diese Zeit ans Telefon gehe. Es kann ja was mit ihm sein und die Erzieherin ruft an. Ist auch schon oft vorgekommen. Das hab ich mir von anfang an vorgenommen und ziehe es auch durch. Ärgerlich dann nur, wenn es nicht die Kita war, sondern jemand anderes und ich nciht drauf vorbereitet war. Aber hey, dann bin ich ja eh schon drin und kann keine angst mehr haben, überhaupt ran zu gehen.
Ich schweife ab...
Was ich sagen wollte.. Routinen und innerliche Regeln bestimmen meinen Alltag. Veränderungen machen mir angst. Dann kann ich die Kontrolle nicht behalten.
Mittwoch, 28. August 2013
Loyalität bis in den Wahnsinn
Ich bins leid. Trotzdem mach ichs immer wieder. Warum? Keine Ahnung... eigentlich um Stress zu vermeiden und nett zu sein. Ironischerweise führt aber gerade das immer zu stress. Warum also? Die Frage bleibt wohl offen...
Dennoch: Ich lass mich von dir nicht als Lügnerin betiteln. Ich habe nicht gelogen. Ich habe dich noch nie angelogen. Höchstens Dinge verschwiegen, aber selbst das nur um dich nicht zu belasten, letztendlich. Aber ich habe dich noch nie willntlich und zu meinem Vorteil angelogen! Es tut weh, dass du mir gerade das unterstellst.
"...Wieso bist du noch hier? Du denkst doch eh, dass ich dich total scheiße behandle..."
-"Ja, da hast du recht..."
Und dann fängst du mich wieder an zu beschimpfen.
Wieso hast du mich nicht aussprechen lassen?
"Ja, da hast du recht,
...aber bedauerlicherweise bestehe ich aus mehr als nur einem Teil, mehr als nur aus einer Meinung... Natürlich bin ich grad megawütend, aber da ist noch mehr! Mir scheißegal, wie schwer du mir mein Leben machst. Ich mach dir deines sicherlich nicht auch einfach, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Auch wenn es noch so lächerlich und erbärmlich aussehen mag, ich gebe die Hoffnung nicht auf! Ich lasse dich nicht hängen, niemals. Egal, wie sehr du mich verletzt, körperlich oder seelisch. Ich nehme es in Kauf. Ich liebe dich..."
Wahrscheinlich ist es besser, dass du das nicht weißt. Du bist dir wohl sowieso schon zu sicher. Spürst meine emotionale Abhängigkeit. Ich muss meine bedingungslose Loyalität verbergen, sonst werden dir meine Gefühle noch gleichgültiger.
Wo meine Vernunft ist? Hinter der großen, verriegelten Tür dort hinten... Ich kann sie nicht siegen lassen, sonst sterbe ich.
Dennoch: Ich lass mich von dir nicht als Lügnerin betiteln. Ich habe nicht gelogen. Ich habe dich noch nie angelogen. Höchstens Dinge verschwiegen, aber selbst das nur um dich nicht zu belasten, letztendlich. Aber ich habe dich noch nie willntlich und zu meinem Vorteil angelogen! Es tut weh, dass du mir gerade das unterstellst.
"...Wieso bist du noch hier? Du denkst doch eh, dass ich dich total scheiße behandle..."
-"Ja, da hast du recht..."
Und dann fängst du mich wieder an zu beschimpfen.
Wieso hast du mich nicht aussprechen lassen?
"Ja, da hast du recht,
...aber bedauerlicherweise bestehe ich aus mehr als nur einem Teil, mehr als nur aus einer Meinung... Natürlich bin ich grad megawütend, aber da ist noch mehr! Mir scheißegal, wie schwer du mir mein Leben machst. Ich mach dir deines sicherlich nicht auch einfach, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Auch wenn es noch so lächerlich und erbärmlich aussehen mag, ich gebe die Hoffnung nicht auf! Ich lasse dich nicht hängen, niemals. Egal, wie sehr du mich verletzt, körperlich oder seelisch. Ich nehme es in Kauf. Ich liebe dich..."
Wahrscheinlich ist es besser, dass du das nicht weißt. Du bist dir wohl sowieso schon zu sicher. Spürst meine emotionale Abhängigkeit. Ich muss meine bedingungslose Loyalität verbergen, sonst werden dir meine Gefühle noch gleichgültiger.
Wo meine Vernunft ist? Hinter der großen, verriegelten Tür dort hinten... Ich kann sie nicht siegen lassen, sonst sterbe ich.
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Montag, 2. Mai 2011
gefährliche Selbsthilfeforen
Während meiner Psychokrankheitslaufbahn lernte ich natürlich auch so einige Selbsthilfeforen kennen. Mein Hauptinteresse galt Foren über Selbstverletzendes Verhalten, Essstörungen, Persönlichkeis- und Traumafolgestörungen. Aufgrund eigener Problematiken in diesen Bereichen suchte ich den Austausch zu anderen Betroffenen und fand ihn auch zu Hauf. Riesige Foren mit viiiiielen „Überlebenden“. Und deren Partner, Freunde, Interessierte.
Anfangs fühlte ich mich dort sehr wohl aufgehoben und verstanden. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt mir noch nicht meiner wahren Gefühle und Ziele bewusst. Alle redeten auf mich ein, wie schlimm SVV ist… wie doof es ist, wenn man nichts isst… wie schwer ich es doch aufgrund meiner Vergangenheit habe… wie sehr ich auf Hilfe angewiesen bin… wie KRANK ich doch bin…
Und das Schlimme: Ich glaubte denen das!
Alle dort waren so. Krank. Arme Opfer, die sich nun durchs Leben kotzen und ritzen, weil sie ja nicht anders können. Die ihren Alltag nicht schaffen können, weil sie sonst nicht in ihr Krankheitsbild passen würden. Die keine ernsthaften Gespräche führen können, weil man sie mit Mitleid überschütten muss. Mit denen es sowieso sehr schwierig ist, zu kommunizieren, da sie natürlich alles triggert.
Ich verachtete mich regelrecht dafür, dass ich dort einige Zeit blind mit geschwommen bin. Bis ich endlich mal mein Gehirn aktivierte und die Dinge hinterfragte: Was nutzt Mitleid oder der dringende Rat, Therapie zu machen, bei einer akuten Problembewältigung? Was nutzt es, mir einzureden, dass ich für SVV nichts kann und ich dafür nicht verantwortlich bin? Was nutzt es denn mich hinter irgendeiner Diagnose zu verstecken und sämtliches Fehlverhalten auf diese zu schieben? Ich bin keine unmündige, wandelnde Diagnose. Ich bin ein denkender Mensch.
Ich möchte doch bitte mal den genauen Zweck dieser Foren erfahren? Ein Treffpunkt, um Mitleid auszutauschen? Denn etwas anderes bekommt man dort leider nicht. Und wenn man mal wirklich dringenden Rat braucht, bekommt man nur zu Ohren, dass man doch mal schleunigst in eine Therapie soll, und wenn gar nötig, sich einweisen lasen soll! Ich meine… wozu?
Und bloß nichts anderes denken und schreiben, als das System vorgibt! SVV ist schlecht und muss bekämpft werden. Man ist ein Opfer und muss sich Hilfe suchen in Form von Therapie. Man darf keine Eigenverantwortung besitzen, die muss man in die Hände irgendwelcher Ärzte legen. Jedes Symptom ist auf eine ganz schlimme Persönlichkeitsstörung zurückzufrühren. Jedes Handeln wird als krank bezeichnet und wenn man es anders sieht, bekommt man auch noch eine Wahrnehmungsstörung aufgeschwatzt und/oder wird direkt rausgeschmissen.
Man darf einfach nicht eigenständig denken, wenn es nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen würde. Ich bin mir sicher, dass ein Großteil dieser User ihr SVV gern betreiben. Doch da es sowieso niemand zugeben darf, sind sich viele gar nicht bewusst, dass sie eigentlich etwas anderes möchten. Immer mitschwimmen und brav in der Opferrolle bleiben. Man kann ja nichts dafür.
Meine Meinung: Selbsthilfeforen machen krank und schränken die freie Meinungsbildung, deren Äußerung, Entwicklung von Eigenverantwortung und die Freiheit vieler Menschen extrem ein.
Das mag nicht für alle dieser Foren gelten... aber es trifft auf alle zu, in denen ich mal aktiv war (es waren nicht wenige)... inklusive meinem eigenem, welches ich vor vielen Jahren gründete und knapp 3 Jahre aktiv leitete.
Bis ich endlich gemerkt habe, dass es überhaupt nichts bringt. Und erst recht nicht hilfreich war.
Anfangs fühlte ich mich dort sehr wohl aufgehoben und verstanden. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt mir noch nicht meiner wahren Gefühle und Ziele bewusst. Alle redeten auf mich ein, wie schlimm SVV ist… wie doof es ist, wenn man nichts isst… wie schwer ich es doch aufgrund meiner Vergangenheit habe… wie sehr ich auf Hilfe angewiesen bin… wie KRANK ich doch bin…
Und das Schlimme: Ich glaubte denen das!
Alle dort waren so. Krank. Arme Opfer, die sich nun durchs Leben kotzen und ritzen, weil sie ja nicht anders können. Die ihren Alltag nicht schaffen können, weil sie sonst nicht in ihr Krankheitsbild passen würden. Die keine ernsthaften Gespräche führen können, weil man sie mit Mitleid überschütten muss. Mit denen es sowieso sehr schwierig ist, zu kommunizieren, da sie natürlich alles triggert.
Ich verachtete mich regelrecht dafür, dass ich dort einige Zeit blind mit geschwommen bin. Bis ich endlich mal mein Gehirn aktivierte und die Dinge hinterfragte: Was nutzt Mitleid oder der dringende Rat, Therapie zu machen, bei einer akuten Problembewältigung? Was nutzt es, mir einzureden, dass ich für SVV nichts kann und ich dafür nicht verantwortlich bin? Was nutzt es denn mich hinter irgendeiner Diagnose zu verstecken und sämtliches Fehlverhalten auf diese zu schieben? Ich bin keine unmündige, wandelnde Diagnose. Ich bin ein denkender Mensch.
Ich möchte doch bitte mal den genauen Zweck dieser Foren erfahren? Ein Treffpunkt, um Mitleid auszutauschen? Denn etwas anderes bekommt man dort leider nicht. Und wenn man mal wirklich dringenden Rat braucht, bekommt man nur zu Ohren, dass man doch mal schleunigst in eine Therapie soll, und wenn gar nötig, sich einweisen lasen soll! Ich meine… wozu?
Und bloß nichts anderes denken und schreiben, als das System vorgibt! SVV ist schlecht und muss bekämpft werden. Man ist ein Opfer und muss sich Hilfe suchen in Form von Therapie. Man darf keine Eigenverantwortung besitzen, die muss man in die Hände irgendwelcher Ärzte legen. Jedes Symptom ist auf eine ganz schlimme Persönlichkeitsstörung zurückzufrühren. Jedes Handeln wird als krank bezeichnet und wenn man es anders sieht, bekommt man auch noch eine Wahrnehmungsstörung aufgeschwatzt und/oder wird direkt rausgeschmissen.
Man darf einfach nicht eigenständig denken, wenn es nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen würde. Ich bin mir sicher, dass ein Großteil dieser User ihr SVV gern betreiben. Doch da es sowieso niemand zugeben darf, sind sich viele gar nicht bewusst, dass sie eigentlich etwas anderes möchten. Immer mitschwimmen und brav in der Opferrolle bleiben. Man kann ja nichts dafür.
Meine Meinung: Selbsthilfeforen machen krank und schränken die freie Meinungsbildung, deren Äußerung, Entwicklung von Eigenverantwortung und die Freiheit vieler Menschen extrem ein.
Das mag nicht für alle dieser Foren gelten... aber es trifft auf alle zu, in denen ich mal aktiv war (es waren nicht wenige)... inklusive meinem eigenem, welches ich vor vielen Jahren gründete und knapp 3 Jahre aktiv leitete.
Bis ich endlich gemerkt habe, dass es überhaupt nichts bringt. Und erst recht nicht hilfreich war.
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Dienstag, 26. April 2011
Psychiatrie
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“
(Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz)
Es gibt Menschen, die sich versuchen anderen Menschen anzuvertrauen. Sich Hilfe holen wollen, weil sie ihr Leben überfordert. Wo versuchen sie das? Bei Psychiatern, Hausärzten, Therapeuten, sozial-psychiatrischen Diensten, … Denn angeblich kann ihnen ja nur dort geholfen werden (wie man ja auch in den ganzen "Selbsthilfeforen" erfahren muss, in denen man nach der Schilderung seiner Gedanken nur die Frage entgegengeschleudert bekommt, ob man denn schon in Therapie sei...).
Manche dieser Menschen haben sich vielleicht während ihrer Selbstverletzung zu tief geschnitten, können die Blutung nicht mehr allein stoppen und brauchen Hilfe.
Andere von ihnen plagen möglicherweise Selbstmordgedanken… durch schwere Depressionen und/oder Selbsthass ausgelöst… doch eigentlich wollen sie noch nicht sterben.
Also holen sie sich Hilfe.
Doch in nicht wenigen Fällen endet genau dieser Versuch in der Katastrophe.
Denn: o.g. Personenkreis befindet sich unter Garantenpflicht.
Wenn beim Arzt (o.ä.) der Verdacht aufkommt, dass der Betroffene eigen- oder fremdgefährdend handeln könnte, dann ist dieser Arzt nach dem PsychKG, dazu verpflichtet, eine richterliche Unterbringung in die geschlossene Psychiatrie einzuleiten.
Und tatsächlich liegt es im Endeffekt an der subjektiven Beurteilung des Arztes… danach der des Richters (obwohl dieser wohl in den meisten Fällen einfach auf den Arzt hört). Manchen Ärzten reicht es schon, wenn man mit selbst zugefügten Schnittwunden (die offensichtlich keine Selbstmordversuche waren) zu ihnen geht… anderen könnte man zu dünn erscheinen… und viele handeln sofort, wenn man auch nur einmal seine Suizidgedanken ausspricht, ohne dass man vorhatte, sie in die Tat umzusetzen.
Was dann folgt entscheidet der Richter in Zusammenarbeit mit dem Klinikarzt. Man darf auch noch ein eigenes Statement zu der Situation aussprechen, was in vielen Fällen aber auch nach hinten losgehen kann. Wird man vor die Wahl gestellt, ob man gehen möchte oder dableiben und sich therapieren lassen will – braucht man erst gar nicht vorfreudig wieder seine Sachen einzupacken. Denn wenn man gehen möchte, stellt der Richter dir gern deine Entscheidung als mangelnde Selbsteinschätzung dar und es kommt zum richterlichen Beschluss. Man muss bleiben. Und das nicht nur über Nacht. Oft wird der Beschluss gleich beim ersten Mal auf 4 oder gar 6 Wochen ausgelegt (alles andere wäre doch nur zu viel Schreibkram, so haben alle länger ihre Ruhe… und Geld bringt es doch auch!)
Je nachdem, wie man sich führt, wird man behandelt. Widerspricht man oder wird aufsässig, folgen Medikamente zum Ruhigstellen. Versucht man, sich mit Hand und Fuß zu wehren, wird man festgebunden an ein Klinikbett… fixiert. Macht man in ihrem Therapieprogramm nicht mit, muss man eben da bleiben. Sebstbewusste Menschen, die ihre Meinungen vertreten, werden zwangsweise eingeliefert und zu planlos umherwandernden Zombies gemacht. Man wird meistens nicht über die Nebenwirkung der z.T. noch auf Langzeitwirkungen sehr unerforschten Neuroleptika aufgeklärt. Man hat ja sowieso keine Wahl. Es werden körperliche Untersuchungen durchgeführt… man wird gezwungen, sich auszuziehen, damit man keine schädigenden Sachen, wie Klingen, hineinschmuggeln kann.
Es wird einem regelrecht eingeimpft, wie irre man wäre. Denkt man selbst auch noch nach den ganzen pharmazeutischen Drogen anders darüber, wird man dafür beschuldigt, eine verzerrte Wahrnehmung zu besitzen. Man ist ja sowieso psychisch krank. Da ist das selbstverständlich.
Das einzige, was einem übrig bleibt, ist aufzugeben und sich zu fügen. Eine heile Welt vorspielen. Jegliches destruktives Verhalten verstecken und brav an sich arbeiten, indem man aufhört (=vorgibt), das Schneiden oder Hungern seinzulassen und bei jedem tragischen Ausrutscher eine ausführliche Verhaltensanalyse schreibt. Selbstmordgedanken und -phantasien nie wieder aussprechen. Dann hat man eventuell eine Chance darauf, als „geheilt“ zu gelten und nach 4 oder 6 Wochen wieder gehen zu dürfen.Wer dann noch immer nicht wieder dem System angepasst ist, bekommt eben noch einen neuen Beschluss. Irgendwann wird man schon aufgeben, sich darüber zu beschweren und zu wehren.
Das nenne ich mal eine gelungene Hilfeleistung!
Und ja, es gibt auch Fälle, in denen die Betroffenen am Ende froh darüber waren, dass sie unter Zwang eingewiesen wurden. Ob es nun daran liegt, dass sie nach ihrem missglückten Suizidversuch froh sind, noch am Leben zu sein, oder daran, dass das Psychiatriesystem gute Gehirnwä.. ähm.. Hilfe geleistet hat… wer weiß.
(Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz)
Es gibt Menschen, die sich versuchen anderen Menschen anzuvertrauen. Sich Hilfe holen wollen, weil sie ihr Leben überfordert. Wo versuchen sie das? Bei Psychiatern, Hausärzten, Therapeuten, sozial-psychiatrischen Diensten, … Denn angeblich kann ihnen ja nur dort geholfen werden (wie man ja auch in den ganzen "Selbsthilfeforen" erfahren muss, in denen man nach der Schilderung seiner Gedanken nur die Frage entgegengeschleudert bekommt, ob man denn schon in Therapie sei...).
Manche dieser Menschen haben sich vielleicht während ihrer Selbstverletzung zu tief geschnitten, können die Blutung nicht mehr allein stoppen und brauchen Hilfe.
Andere von ihnen plagen möglicherweise Selbstmordgedanken… durch schwere Depressionen und/oder Selbsthass ausgelöst… doch eigentlich wollen sie noch nicht sterben.
Also holen sie sich Hilfe.
Doch in nicht wenigen Fällen endet genau dieser Versuch in der Katastrophe.
Denn: o.g. Personenkreis befindet sich unter Garantenpflicht.
Wenn beim Arzt (o.ä.) der Verdacht aufkommt, dass der Betroffene eigen- oder fremdgefährdend handeln könnte, dann ist dieser Arzt nach dem PsychKG, dazu verpflichtet, eine richterliche Unterbringung in die geschlossene Psychiatrie einzuleiten.
Und tatsächlich liegt es im Endeffekt an der subjektiven Beurteilung des Arztes… danach der des Richters (obwohl dieser wohl in den meisten Fällen einfach auf den Arzt hört). Manchen Ärzten reicht es schon, wenn man mit selbst zugefügten Schnittwunden (die offensichtlich keine Selbstmordversuche waren) zu ihnen geht… anderen könnte man zu dünn erscheinen… und viele handeln sofort, wenn man auch nur einmal seine Suizidgedanken ausspricht, ohne dass man vorhatte, sie in die Tat umzusetzen.
Was dann folgt entscheidet der Richter in Zusammenarbeit mit dem Klinikarzt. Man darf auch noch ein eigenes Statement zu der Situation aussprechen, was in vielen Fällen aber auch nach hinten losgehen kann. Wird man vor die Wahl gestellt, ob man gehen möchte oder dableiben und sich therapieren lassen will – braucht man erst gar nicht vorfreudig wieder seine Sachen einzupacken. Denn wenn man gehen möchte, stellt der Richter dir gern deine Entscheidung als mangelnde Selbsteinschätzung dar und es kommt zum richterlichen Beschluss. Man muss bleiben. Und das nicht nur über Nacht. Oft wird der Beschluss gleich beim ersten Mal auf 4 oder gar 6 Wochen ausgelegt (alles andere wäre doch nur zu viel Schreibkram, so haben alle länger ihre Ruhe… und Geld bringt es doch auch!)
Je nachdem, wie man sich führt, wird man behandelt. Widerspricht man oder wird aufsässig, folgen Medikamente zum Ruhigstellen. Versucht man, sich mit Hand und Fuß zu wehren, wird man festgebunden an ein Klinikbett… fixiert. Macht man in ihrem Therapieprogramm nicht mit, muss man eben da bleiben. Sebstbewusste Menschen, die ihre Meinungen vertreten, werden zwangsweise eingeliefert und zu planlos umherwandernden Zombies gemacht. Man wird meistens nicht über die Nebenwirkung der z.T. noch auf Langzeitwirkungen sehr unerforschten Neuroleptika aufgeklärt. Man hat ja sowieso keine Wahl. Es werden körperliche Untersuchungen durchgeführt… man wird gezwungen, sich auszuziehen, damit man keine schädigenden Sachen, wie Klingen, hineinschmuggeln kann.
Es wird einem regelrecht eingeimpft, wie irre man wäre. Denkt man selbst auch noch nach den ganzen pharmazeutischen Drogen anders darüber, wird man dafür beschuldigt, eine verzerrte Wahrnehmung zu besitzen. Man ist ja sowieso psychisch krank. Da ist das selbstverständlich.
Das einzige, was einem übrig bleibt, ist aufzugeben und sich zu fügen. Eine heile Welt vorspielen. Jegliches destruktives Verhalten verstecken und brav an sich arbeiten, indem man aufhört (=vorgibt), das Schneiden oder Hungern seinzulassen und bei jedem tragischen Ausrutscher eine ausführliche Verhaltensanalyse schreibt. Selbstmordgedanken und -phantasien nie wieder aussprechen. Dann hat man eventuell eine Chance darauf, als „geheilt“ zu gelten und nach 4 oder 6 Wochen wieder gehen zu dürfen.Wer dann noch immer nicht wieder dem System angepasst ist, bekommt eben noch einen neuen Beschluss. Irgendwann wird man schon aufgeben, sich darüber zu beschweren und zu wehren.
Das nenne ich mal eine gelungene Hilfeleistung!
Und ja, es gibt auch Fälle, in denen die Betroffenen am Ende froh darüber waren, dass sie unter Zwang eingewiesen wurden. Ob es nun daran liegt, dass sie nach ihrem missglückten Suizidversuch froh sind, noch am Leben zu sein, oder daran, dass das Psychiatriesystem gute Gehirnwä.. ähm.. Hilfe geleistet hat… wer weiß.
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